Werden wir aus der Corona-Pandemie lernen?

Die Pandemie des Coronavirus „SARS-CoV-2“, der zur Erkrankung Covid-19 führt, ist gefährlicher als lange Zeit vermutet wurde. Und zwar eher nicht für gesunde und junge Menschen, denn ihr Krankheitsverlauf zeigt wenig Symptome, sondern für ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Für sie kann Covid-19 lebensbedrohlich sein. Durch die enorm hohe Verbreitungsgeschwindigkeit ist diese Pandemie besonders gravierend und überlastet die Gesundheitssysteme in besonders betroffenen Regionen. Daher ist das oberste Ziel, die Ausbreitung zu verlangsamen. Gelänge dies nicht, wären die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen katastrophal. Die Ausbreitung an sich lässt sich kaum verhindern – wohl aber der zeitliche Rahmen strecken, so dass genügend Betten in den Krankenhäusern für die betroffenen Patienten (die Erkrankung dauert 3 bis 6 Wochen) und insbesondere alle anderen Patienten zur Verfügung stehen.

Wie aber kam es zu dieser Pandemie? Und warum funktionieren hier drastische Maßnahmen, die bei der Klimakrise angeblich nicht möglich seien?

Zur ersten Frage: als ursprünglicher Auslöser gilt die Übertragung von Fledermäusen oder Schuppentieren. Beide werden in China, teilweise illegal, auf Märkten angeboten und verzehrt. Wie auch bei früheren Zoonosen, ist also unser Umgang mit Tieren die eigentliche Ursache! Und je mehr Wildtiere gefangen, „Nutz“tiere gehalten und Haustiere ausgebeutet werden, desto wahrscheinlicher werden solche Tier-Mensch-Übertragungen. Dasselbe gilt für die multiresistenten Keime, die sich in der Massentierhaltung ansammeln. Durch die übermäßige Anwendung von Breitbandantibiotika, die immer stärkere Wirkungen aufweisen, um die Massentierhaltung trotz Krankheiten ökonomisch rentabel zu halten, werden schon seit geraumer Zeit mehr Antibiotika für Tiere als für Menschen verbraucht. Das Risiko für Pandemien und Tierseuchen steigt also Jahr um Jahr ins Unermessliche weiter!

Zur zweiten Frage: Genauso wie es derzeit viele Stimmen gibt, die die Gefährlichkeit von Covid-19 leugnen und über den „Coronahype“ lästern, gehen viele Menschen mit der Klimakrise um. Denn für den Einzelnen ist der neue Virus zumeist gar nicht gefährlich, sondern das Ausmaß wird erst klar, wenn man auf der systemischen Ebene das Phänomen betrachtet. Dann erkennt man die Überlastung unseres Gesundheitssystems, die besondere Verletzlichkeit von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen und das exponenzielle Ansteigen der negativen Folgen. Der Klimawandel hat dasselbe Manko: der Einzelne sieht keine aktuelle Gefahr für sich selbst. Erst wenn man die Entwicklung in der Zukunft erkennt, die drohende Überlastung unserer Wirtschaft und Umwelt, das Schicksal besonders exponierter Menschengruppen – dann ahnt man, was Greta Thunberg meinte, wenn sie von „Panik“ sprach.

Werden wir aus dem Widerspruch individualistisch begründeter Gleichgültigkeit und systemisch-zukunftsorientierten Risikobewusstseins Rückschlüsse ziehen können, wie wir als globale Gesellschaft zusammen halten müssen, um den Fortbestand des Lebens auf unserem Planeten zu sichern?

Die Meere versinken im Plastikmüll, Wälder werden brandgerodet und durch den Klimawandel vernichtet, Schwermetalle und Gifte reichern sich an. Der angesammelte Atommüll wird immer mehr, die Luft wird durch Abgase und Feinstaub verdreckt. Jedes Jahr verzeichnet neue Temperaturrekorde und Wetterextreme häufen sich. Wir befinden uns mitten im rasantesten Artensterben der Erdgeschichte. Die Biomasse der aktuell lebenden „Nutz“tiere ist größer als die Biomasse aller wild lebenden Landwirbeltiere zusammen genommen. In der agrarindustriellen Massentierhaltung werden die Tiere bereits im Kindesalter brutal getötet, oft ohne wirksame Betäubung, während die Wildtiere gnadenlos gejagt und dabei auch quälerisch getötet werden. Kriege um Ressourcen und geostrategische Einflüsse fordern zigtausende Tote, Kinder, Frauen, ganze Familien werden verstümmelt, getötet, unterdrückt und müssen flüchten, Kinderarbeit und Sklaverei ist in vielen Ländern an der Tagesordnung. Die Gesundheitssysteme in vielen Ländern sind massiv unterfinanziert oder überhaupt nur für Reiche verfügbar, in anderen Ländern auf Gewinnmaximierung und Privatisierung ausgerichtet.

Politik und Wirtschaft aber unternehmen bei diesen Problemen nichts. Das teilweise zu späte, aber dennoch erfolgte, drastische Eingreifen bei der aktuellen Pandemie aber zeigt: die Egoisten haben sich nicht durchsetzen können und wir sind in der Lage, unser Zusammenleben zu verändern, auch wenn wir Gewohnheiten verändern müssen. Wir lernen gerade, dass wir in der kurzen Frist zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen müssen, um in der langen Frist handlungsfähig bleiben zu können – oder im Rahmen der Klimakrise: um überhaupt einen lebenswerten Planeten behalten zu können. Und noch ist Zeit, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels nicht wie eine Panik aussehen müssen, als wäre der Mensch ein Pandemievirus für unsere Erde, sondern planvoll, kreativ und innovativ angegangen werden können.

Und jetzt ist auch der Moment, einen Agrarwandel ohne Tierleid, ohne Tiertransporte, aber mit ausreichender Förderung von umstellungswilligen Landwirten einzuleiten. SARS, Corona, BSE, Vogel- und Schweinegrippe und viele weitere aktuelle und potenzielle Gefahren, die sich aus unserem falschen Umgang mit Tieren ergeben, zeigen auf, was zu tun ist. Die Landwirtschaft macht zudem jeweils einen massiven Anteil an Klimawandel,  Naturzerstörung und Gesundheitskosten aus. Die Verhandlungen über den siebenjährigen Agrarhaushalt der EU laufen derzeit. Nutzen wir diese Chance. Jetzt!

Keine Bühne für Reichsbürgerpropaganda und Rassismus!

Xavier Naidoo äußerte sich bereits in einem Interview 1999 abfällig über Ausländer und Tierschutz:

„Und bevor ich irgendwelchen Tieren oder Ausländern Gutes tue, agiere ich lieber für Mannheim.“

Daraufhin bekräftigte er, dass er Rassist ist. Und verwies dabei auf Japan, das unter Rechtsextremisten wegen der rassistisch begründeten Kooperation mit Hitlerdeutschland und der bis heute praktizierten Abschottung gegenüber Ausländern als Vorbild gilt. Seitdem hat er sich etliche Male in ähnlicher Weise geäußert und immer wieder klassische antijüdische Klischees verbreitet. Im nationalsozialistischen Dritten Reich wurden die Rothschilds als der Feind des „arischen Volks“ schlechthin in der antisemitischen Propaganda aufgebaut, um den Holocaust an sechs Millionen Jüdinnen und Juden zu rechtfertigen. Ein Genozid, der u. a. aufgrund seiner industriellen Tötungsmaschinerie einmalig in der Geschichte ist. Für Naidoo Grund genug, das alte Feindbild („Baron Totschild“) unter seinen Anhängern lebendig zu halten.

Nähe zu Reichsbürgertum und Demokratieverachtung

Passend dazu sind seine öffentlichen Auftritte bei Reichsbürgern, die sich bekanntermaßen bewaffnet haben und sich auf Bürgerkriege vorbereiten. Auch seine Rufe nach einem Führer, einem starken Mann, der uns vor dem „Untergang“ retten solle, strotzen vor antidemokratischen Ressentiments. Naidoo selbst sieht unser Land als „besetzte“ GmBH an. Reichsbürger gehen davon aus, dass die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs Deutschland nicht vom Hitlerfaschismus befreiten, sondern es widerrechtlich besetzt halten, die Geschichtsbücher fälschen würden und dass die heutige Bundesrepublik keine Legitimität hätte. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, lediglich das Deutsche Reich als staatliche Hoheit anzuerkennen und gehen dabei äußerst aggressiv vor, so dass es bereits zu Todesopfern kam. Wer diese Gruppierungen unterstützt in Wort und Tat, muss mit öffentlicher Kritik rechnen. Was aber macht Naidoo; er behauptet, es bestünde keine Meinungsfreiheit in unserem Land. Ein typischer Kniff der Rechtsextremen wiederum: die Grenze des Sagbaren provokativ verschieben, mit Neonazis kooperieren, Gewalt verherrlichen und sich für gewaltsame Diktaturen einsetzen – und bei aufkommender Kritik aber genau das über die demokratische Gesellschaft behaupten, was man ihnen – zurecht – vorwirft. So immunisiert man sich gegen vernunftbezogene Diskurse, die die Absurdität ihrer Positionen aufzeigen könnten.

Gewaltfantasien und Volksverhetzung

Auch seine Gewaltfantasien und seine homophoben Äußerungen, in denen er die alte Ritualmordlegende zur Grundlage nahm, führten zu einer großen Debatte – doch RTL nahm ihn wider besseres Wissens wieder unter Vertrag. Dieser wurde nun aber ausgesetzt. Sein jüngst bekannt gewordenes Video agitiert gegen die „Wir sind mehr“-Bewegung, die sich friedlich für Menschenrechte und Solidarität einsetzt. Geflüchtete setzte er in diesem Video mit Wölfen gleich und behauptete, sie würden täglich morden, konstruierte Geflüchtete als Feindbild der Einheimischen und hetzt damit Menschengruppen gegeneinander. Das hat auch mit aus Unwissenheit gestreuten Fake News nichts mehr zu tun, sondern ist eindeutig gezielt rassistische Volksverhetzung. Er ist zudem christlicher Fundamentalist (nachzulesen in seinem Interview) und zutiefst von Fremdenhass getrieben, der aktuell leider global grassiert und auch unter Menschen mit Migrationshintergrund vorkommt. In seinem Statement zu den aufkommenden Fragen nach seiner Gesinnung stritt er einfach pauschal alle Anschuldigungen ab, erklärte aber in keiner Weise, wie seine Worte denn stattdessen gemeint sein sollen. Verräterisch – ganz offenbar nimmt er nichts von seinen volksverhetzenden Worten zurück. (PS: Mittlerweile ist seine Zusammenarbeit mit AfD-Politikern auch nachgewiesen!)

Auch Moses Pelham distanziert sich von Naidoo

Seine ehemaligen Mitstreiter rund um den vegan lebenden Moses Pelham, die für Naidoo das Lied „Ich will leben“ schrieben, in dem es um die Gräuel der Tiertransporte ging, distanzieren sich nun auch klar von ihm. Von gelebter Ethik und Mitgefühl ist Xavier Naidoo, der selbst übrigens nie Tierrechtler oder Veganer war, nämlich weit entfernt.

Unfassbar: Bundesrat beschließt Wolfsabschluss

Der Bundesrat beschloss heute, dass jeder (!) Wolf gejagt und erschossen werden darf, wenn sogenannte „Nutz“tiere gerissen wurden. Unabhängig davon, ob der zum Tode verurteilte Wolf überhaupt ursächlich war.

Dieser desaströse Beschluss ist ein massiver Rückschritt für den Artenschutz und eine moralische Katastrophe. Nicht der Herdenschutz oder gar die generelle Verantwortung der Menschen für die von ihnen eingesperrten und oft qualvoll getöteten Tiere stehen im Mittelpunkt der Politik, sondern der Willen der Jägerlobby! Diese freut sich heute, weil sie sich durchsetzen konnte – was aber auch zu erwarten war, da Politik und Justiz von Jägern durchsetzt sind. Sie sind sich einig, dass die quälerische Ausbeutung der Tiere durch den Menschen gerechtfertigt ist und die Biodiversität durch die Agrarindustrie weiter Schaden nehmen soll – der Wolf stört dabei nur, was ein weiteres Vergehen gegen den Artenschutz bedeutet.

Wir fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und den Tieren und ein Abkehr von der mörderischen Ideologie der Jagd- und Agrarlobby.

„European Green Deal“ mit oder ohne Tierschutz? Von der Leyen muss sich jetzt bekennen!

Eine Reihe von EU-Abgeordneten, die sich für Tierschutz einsetzen, haben drei Fragen an die neue EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen gestellt. Das Ziel: In der jetzigen Legislaturperiode muss der Tierschutz eine deutlich wichtigere Rolle spielen! Tierschutz muss ernst genommen und in die ambitionierten Großprojekte „European Green Deal“, „From Farm to Fork“ und die EU-Biodiversitätsstrategie fest eingebaut werden. Ansonsten verstreichen wieder viele Jahre ohne wirksame Initiative für den Tierschutz seitens der EU. Das darf nicht zugelassen werden!

„Die bestehenden Tierschutzvorschriften sind überholt und spiegeln nicht die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen wider.

Das Parlament hat bspw. wiederholt eine Änderung der Rechtsvorschriften und kürzlich eine Überarbeitung der Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport und der Richtlinie mit Mindestvorschriften zum Schutz von Masthühnern gefordert. Eurobarometer-Umfragen, die Konsultation der Kommission zur Zukunft Europas und die erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative „Schluss mit der Käfighaltung“ („End the Cage Age“) haben gezeigt, dass die Bürger mehr Maßnahmen zum Tierschutz wünschen.

Die industrielle Landwirtschaft trägt wesentlich zu Treibhausgasemissionen, Boden- und Wasserverschmutzung, zur Verschlechterung der Ökosysteme und zur wachsenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen bei. In der letzten Wahlperiode wurde jedoch kein Legislativvorschlag zum Tierschutz vorgelegt!

Folgende Fragen wurden zur Beantwortung an die EU-Kommission in diesem Zusammenhang eingereicht:

1. Beabsichtigt die Kommission angesichts der Zusage der Präsidentin von der Leyen, den Forderungen des Parlaments nach Rechtsvorschriften durch Vorlage von Entwürfen von Vorschlägen nachzukommen, in dieser Wahlperiode Gesetzesvorschläge zum Tierschutz vorzulegen?

2. Wird der Tierschutz vollständig in den „European Green Deal“, die Strategie „From Farm to Fork“ sowie die Biodiversitätsstrategie einbezogen?

3. Plant die Kommission, die finanziellen und personellen Ressourcen für den Tierschutz aufzustocken?“

Hier ist der Link zum originalen und offiziellen Wortlaut: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/O-9-2020-000016_EN.html

Verpflichtendes EU-System zur Registrierung von Hunden und Katzen heute beschlossen!

Zudem wird eine bessere Durchsetzung der Rechtsvorschriften und schärfere Sanktionen bei illegalem Handel mit Haustieren geplant.

Ein groß angelegter EU-Aktionsplan soll den illegalen Handel mit Haustieren beenden, um den Tierschutz durchzusetzen und Tierhalter sowie die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Mit 607 Stimmen, bei 3 Gegenstimmen und 19 Enthaltungen, nahmen die Abgeordneten in Straßburg eine Entschließung an, in der sie Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Haustieren fordern. Abgesehen von der Bedrohung der öffentlichen Gesundheit, des Tierschutzes und des Verbraucherschutzes ist der illegale Handel mit Heimtieren auch zu einer großen Einnahmequelle für das organisierte internationale Verbrechen geworden.

Die Abgeordneten fordern unter anderem folgende Sofort-Maßnahmen:

– Verpflichtendes EU-System zur Registrierung von Hunden und Katzen;
– Einheitliche Definition großer gewerblicher Tierzuchtbetriebe („Welpenfabriken“),
– Bessere Strafverfolgung und härtere Sanktionen;
– Sensibilisierungskampagnen, um die Bürger über die negativen Auswirkungen des illegalen Handels zu informieren.

Schätzungsweise 46.000 Hunde werden jeden Monat zwischen den EU-Ländern gehandelt, die meisten davon ohne Registrierung. Kommerzielle Züchter missbrauchten dabei bislang die EU-Rechtsvorschriften über die Verbringung von Heimtieren zu anderen als Handelszwecken.

Die Resolution wurde von den Abgeordneten Anja Hazekamp, Sylwia Spurek, Eleonora Evi, Martin Hojsík, Jadwiga Wiśniewska und Stanislav Polčák erarbeitet und eingebracht. Ganz großes Dankeschön an euch!

Hier der originale und komplette Antragstext:
https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/B-9-2020-0088_DE.html

Initiative der Tierschutzpartei erfolgreich – Universitäts- und Hansestadt Greifswald spricht sich für Zirkus ohne Wildtiere aus!

Die Greifswalder Bürgerschaft beschließt, Flächen in städtischem Eigentum oder Besitz künftig nur noch Zirkusbetrieben oder Veranstaltern zu überlassen, die keine Wildtiere mit sich führen. Eine Mehrheit von 22 von 37 Stimmen unterstützte den Antrag der Fraktion „DIE LINKE und PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ“.

Grund hierfür waren zahlreiche Meldungen von Wildtieren, die aus dem Zirkus ausbrachen, unbeaufsichtigt herumliefen oder Teilnehmer*innen der Vorstellung verletzten. Eine tiergerechte Haltung scheint mit mobilen Betrieben offensichtlich nicht vereinbar zu sein und führt zu verhaltensgestörten Wildtieren, die eine Gefahr für sich und andere werden können.

Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ begrüßt es sehr, dass die Universitäts- und Hansestadt Greifswald in Zukunft auf Zirkusse mit einem modernen Bühnenprogramm setzt, welches durch sportliche Artisten, lustige Unterhaltungskünstler und aufregende Musik verzaubert.

Hier finden Sie den beschlossenen Antragstext inklusive Begründung und Nachweisen.

Rechte Polizisten erheben Daten von politisch Andersdenkenden und geben sie in rechtsextremistische Strukturen weiter!

Anja Hübner (PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ) wurde von Rechten ausgespäht und eingeschüchtert

Mit Rechten reden? Nur vor Gericht! Oder auch in Facebook-Gruppen – um Argumentationsmuster zu erkennen und stille Mitleser über Fake News zu Hetze aufzuklären. Doch genau dies wurde Anja Hübner von der Greifswalder Tierschutzpartei sowie etlichen weiteren Facebooknutzern zum Verhängnis. Ein AfD-naher Polizist suchte gezielt nach Anhaltspunkten, um ihre Identität herauszufinden (sie war unter Pseudonym unterwegs) und persönliche Daten von ihr mittels seiner technischen Möglichkeiten als Polizist abzurufen. Dies aber ist Polizisten nicht erlaubt, wenn es keine beruflich bedingten Gründe für solche Datenabrufe gibt. Und die gab es nicht, da der AfD-nahe Polizist ausschließlich aus politischer Motivation heraus Informationen über politisch anders eingestellte Personen sammelte und diese dann an rechtsextrem eingestellte Personen womöglich auch weiter gab. Hierfür lassen sich eindeutige Indizien finden, da kurz nach den Datenabrufen bekannte Rechtsextreme versuchten, Anja Hübner einzuschüchtern, indem persönliche Details bei Facebook gepostet wurden. Eine rechts eingestellte Person kontaktiere Anja Hübner sogar per Whatsapp – sogar ihre öffentlich unbekannte Handynummer gab der AfD-nahe Polizist also weiter!

Diese Vorfälle zogen bundesweite Presseberichte nach sich und das Landesinnenministerium nahm sich der Sache an. Doch ernste Konsequenzen wurden nicht gezogen! Der Polizist ist nach wie vor im Dienst und die Verfahren wurden eingestellt. Auf Nachfrage von Peter Ritter im Landtag wurde bekannt, dass es noch weitere Datenabrufe in Mecklenburg-Vorpommern gab, die Medien machten ausfindig, dass auch andere Bundesländer betroffen sind.

In Zeiten von Nordkreuz, rechtsradikalen Amoktäten, massiven Drohungen gegenüber KommunalpolitikerInnen und Todeslisten ist die gezielte Weitergabe von persönlichen Information links eingestellter Person an rechtsextreme Kreise ein hoch brisanter Vorfall, aus dem Polizei und Innenministerien sofortige und wirksame Konsequenzen ziehen müssen. Es darf nicht sein, dass unbescholtene BürgerInnen, die sich für unsere Demokratie einsetzen, von Neonazis und Extremisten bedroht, eingeschüchtert oder gar angegriffen werden!

Livestream der Greifswalder Bürgerschaft beschlossen

In der gestrigen Bürgerschaftssitzung brachte ich unseren Antrag ein, dass noch in diesem Jahr die rechtlichen, finanziellen und technischen Voraussetzungen geschaffen werden, um alle Sitzungen der Bürgerschaft live zu streamen, so dass die BürgerInnen die Debatten und Entscheidungsfindungsprozesse mitverfolgen können, auch wenn sie aus räumlichen, beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht persönlich kommen können. Alle Sitzungen sind zwar formal öffentlich, aber es gibt eben immer Gründe, weshalb das für Einzelne nicht möglich ist. Gelebte Demokratie und Bürgernähe muss aber gewährleistet werden. Zudem sollen die Sitzungen in einem Archiv aufbewahrt werden, um nachträglich die Argumente nachvollziehen zu können. Sowohl Livestream als auch Archiv sollen barrierefrei gestaltet werden und nach einer Evaluationsphase können dann Erweiterungen in Erwägung gezogen werden. Beispielsweise, dass auch die Bürgerfragen live in die Bürgerschaft übertragen werden können, also der Livestream in beide Richtungen funktioniert. Oder dass auch Ortsteilvertretungen und Ausschüsse einen Livestream erhalten. Der Aufwand wird voraussichtlich nicht allzu hoch werden in Zeiten, in denen mit jedem Smartphone kostenfreie Livestreams in die ganze Welt gesendet werden können. Schön wäre, wenn das alles dann auch mittels Ökostrom umgesetzt wird.

Pelzlobby: Shame on You!

Gestern fand in Brüssel ein runder Tisch mit einem aktuellen Report der „Fur Free Alliance“ als Gegenveranstaltung zu der unsäglichen Lobbyveranstaltung der „Fur Europe“ statt, bei der Pelz wieder „salonfähig“ gemacht werden sollte.

Die Fur Free Allianz stellte investigative Ergebnisse über eine zehnjährige Dokumentation (2009-2019) auf finnischen Pelzfarmen vor.
Die Ergebnisse sind niederschmetternd und herzzerreißend!

Nachdem unser runder Tisch mit knapp 50 TeilnehmerInnen zu Ende war, gingen wir im Anschluss zur Ausstellung „This is fur“ der Fur Europe und zeigten deutlich, was wir von Pelz halten und welche Schande es ist, dass das Parlament dieser Barbarei eine Plattform bietet!

Shame on you!

Ich kam anschließend mit den Veranstaltern der Pelz-Werbeveranstaltung (unfassbar, dass so etwas innerhalb des Parlamentsgebäudes erlaubt ist!) ins Gespräch und fragte sie, wie es sein kann, dass so viel Bild- und Videomaterial existiert, auf dem unfassbare Tierquälereien auf Pelzfarmen zu sehen sind. Sie leugneten alles dreist. Auf die Frage, warum Tiere extra so gezüchtet werden, dass sie viel Pelz haben, aber deshalb schwere gesundheitliche Schäden erleiden müssen, gab es die Antwort, dass das keine Züchtung sei, sondern ein natürlicher „Verliebtheitszustand“, der wieder vorbei ginge.

Dieses Gespräch habe ich auch auf Video aufgenommen, damit der Wahnsinn belegt ist. Völlig irre und in ihrer Lobbylügenwelt gefangen!

Manifest: Worum geht es der internationalen tierschutzpolitischen Bewegung?

Wenn Sie diesen Text lesen, dann hatten Sie ihn sicherlich bereits: den einen Moment, in dem man mit all der Tierquälerei und Naturzerstörung, die man früher wie selbstverständlich hingenommen hatte, nichts mehr zu tun haben will. Der Moment, in dem man eine Art Offenbarung, jedoch durch und durch diesseitig, erlebt. Weil man einem fühlenden Wesen niemals mit eigener Hand solche schrecklichen Leiden antun würde und die einzig richtige Konsequenz daher nur sein kann, dass man so etwas auch nicht für Bezahlung in Auftrag geben kann. Der Moment, in dem man sich die Frage stellt, wie man den Verzehr von Fleisch, Butter, Käse, Eiern, den Konsum von Leder, Daunen, Pelz zuvor als normal ansehen konnte.

Denn mit etwas Interesse an der Welt hätte man doch schon vorher wissen können, dass die Schlachthöfe sehr oft ohne wirksame Betäubung die Tiere bei vollem Bewusstsein zerlegen, weil die Akkordarbeit nichts anderes zulässt. Wie konnte uns nicht bewusst sein, dass die männlichen Küken ohne den allergeringsten Respekt vor ihrem Leben sofort nach dem Schlüpfen brutal getötet werden, weil sie keine Eier legen können. Und auch,  dass viele Tiere absichtlich ohne Betäubung amputiert und kastriert werden wegen ein paar Cents, die man dadurch pro „Ware“ mehr verdienen kann. Man hätte doch wissen können, dass unfassbar viel Regenwald samt aller darin lebenden Tiere abgebrannt und unwiederbringlich zerstört wird für die weltweite Fleischversorgung.  Man hätte schon viel früher entsetzt darüber sein können, dass Tiere für die Produktion von Leder, Wolle, Eier, Fleisch, Pelz oder auch für Tierversuche in wenigen Quadratzentimetern kleinen Käfigen gehalten werden, wo sie wie hektisch hin und her rennen, krank und verrückt werden, sich gegenseitig verletzen – und am Ende wird auch noch ein Drittel aller aus ihnen hergestellten „Waren“ achtlos in den Müll geworfen.

Einem einzelnen Tier würde man all das niemals antun, dem eigenen Haustier schon gar nicht. Aber jeden Tag werden viele Millionen (!) sogenannter „Nutz“tiere gequält und getötet. Es sind Abermilliarden, eine unvorstellbare Menge, die in den Jahren industrieller Tierausbeutung zusammen kam, wobei die Meerestiere leider viel zu oft nicht einmal Berücksichtigung finden. Doch auch sie spüren Schmerz und ihre Anzahl nimmt drastisch ab, die Ozeane und Flüsse sterben aus, auch durch ständig neue Umweltgifte.

Tyrannei der 0,01 %

Das Ausmaß des menschlichen Eingriffs in die Natur wird anschaulich, wenn man die Verteilung der Biomasse bei den Landwirbeltieren betrachtet: 32 % sind Menschen, 65 % sind „Nutz“tiere und lediglich 3 % sind noch in der Natur lebende Wildtiere! Zählt man allerdings jedes Individuum, macht der Mensch nur eine erstaunlich kleine Minderheit aus, die über den restlichen Planeten eine brutale Herrschaft errichtet hat: nur 0,01 % Menschen herrschen tyrannisch über die 99,99 % Tiere!

Die Tiere sind wehrlos, namenlos, stimmlos. Weder die Politik, noch die Wirtschaft vertreten ihre Interessen. Sogar viele Umweltschutzorganisation oder gar Tierschutzverbände kümmern sich nicht um das Leiden in der Tierhaltung, sondern veranstalten Grillfeste mit Schweinen am Spieß! Echter Tierschutz, also veganer Tierrechtsaktivismus, ist immer noch eine Herzensangelegenheit, für den dieser oben beschriebene Moment ausschlaggebend ist, damit man etwas verändert. Dieser Moment, in dem man mit seiner Seele teil hat am Schmerz der Tiere, an dem Ausgeliefertsein des Individuums, der Ohnmacht gegenüber dem ganzen System. Eine Bekannte von mir hatte diesen Moment, als sie kleine Schweinchen, Babys noch, eingeschweißt in Plastikfolie in einer Supermarkt-Tiefkühltruhe sah. Ein anderer hatte diesen Moment, wie viele zigtausende andere Menschen auch, bei einem Video von Tierrechtlern, die die unvorstellbare Grausamkeiten in der Massentierhaltung aufdeckten. Manche brauchen auch zwei Momente, wenn sie etwa einen Artikel über die Fleischproduktion lesen und sich danach einfach mal ganz dinglich anschauen, was genau das „Produkt“ eigentlich ist. Es ist nämlich etwa gar kein Hähnchendöner, den man da anschaut. Nein, es sind Leichenteile! Man sieht es plötzlich sehr genau, so intensiv wie nie zuvor. Sehnen, Haut, Fett, Muskeln. Fleisch, keine Ware, keine Nahrung, sondern aus demselben Stoff gemacht, aus dem man auch selbst besteht, bis ins einzelne Molekül und den Aufbau unserer Schmerzrezeptoren, Spiegelneuronen und für Emotionen zuständigen Botenstoffe.

Dieses Stück „Ware“ war einmal Leben! Ein Lebewesen, das atmete, das dachte, das fühlte, das leben wollte. Das Huhn würde man niemals grob anfassen, geschweige denn verletzen oder gar töten. Man würde wissen, dass es einen eigenen Charakter besitzt, würde ihm vielleicht einen Namen geben. Und es würde wahrscheinlich sogar auf seinen Namen hören, wenn man es ruft. Sobald es aber in Einzelteile zerlegt ist und einen Preis hat, sobald es für ein paar Sekunden Geschmack auf der Zunge sein Leben hingeben musste, ist es kein individuelles Huhn mehr, und man denkt nicht mehr daran, seine Individualität und seinen Willen zum Leben zu respektieren. Dann scheint auch die Tötung nichts Böses mehr, sondern ein „normaler“ industrieller Vorgang, der täglich millionenfach vonstattengeht. Eben dieser Widerspruch eröffnet sich in jenem Moment, der offenbart, dass etwas gewaltig schief läuft und dass es gemessen an der Monstrosität doch sehr einfach ist, diese Gewalt nicht mehr länger zu unterstützen.

Tierrechte mainstreamen

Aber wieso bedarf es dieses Momentes erst? Oft wird gesagt, weil der Mensch halt schon immer Fleisch gegessen hat, weil er es braucht, weil es nun mal natürlich sei. Tierquälerei, aber auch Krieg, Sklaverei und Mord, gab es in der Tat schon immer. Aber irgendwann kann man nicht mehr sagen, das habe „die Natur“ so eingerichtet. Oder ist der Einsatz von Atombomben noch mit der leider auch aggressiven „Natur“ des Menschen erklärbar? Nein – denn dieser Einsatz zerstört die Menschheit und die Natur. Und da kommen wir an den Punkt, der die Situation des intimen Moments, in dem man erkennt, wie grundfalsch unser Umgang mit den Tieren ist, über das subjektive Verständnis hinaushebt, ihn quasi objektiviert: den geschichtlichen Wendepunkt, der das Verständnis für Tierrechte zum Mainstream machen kann:

Die aktuelle Massentierhaltung, die Tierqualindustrie, zerstört unseren Planeten! Sie ist verantwortlich für gewaltige Naturzerstörungen, für die Befeuerung des Klimawandels, für das Aussterben unzähliger Tierarten, für Risiken multiresistenter Keime und todbringender Seuchen! Die meisten Antibiotika werden in der Tierhaltung verwendet, nicht für Menschen. Unser Umgang mit den Tieren muss sich grundsätzlich ändern. Unsere egoistische Gier nach ein paar Sekunden Geschmack auf der Zunge darf nicht länger dazu führen, dass wir unsere eigene Lebensgrundlage kaputt machen!

Wenn wir diese dringende Botschaft weitertragen, die Medien, Unternehmen und Politiker dies erkennen, dann gibt es eine Chance, Tierrechte Wirklichkeit werden zu lassen! Dafür müssen die sich derzeit weltweit gründenden Tierschutzparteien aber auch professionell auftreten und die Interdependenzen aller Politikbereiche aufzeigen. Wer gegen Gewalt ist, ist sowohl gegen Krieg als auch gegen Tierquälerei. Wer sich für Gerechtigkeit stark macht, der macht sich sowohl für Menschenrechte als auch für Tierrechte stark. Wer unseren Planeten retten will, muss auch Tiere retten wollen.

Tierschutzpolitik ist das neue Grün, wurde bereits getitelt und wenn man ehrlich ist: da ist auch etwas dran. Wir sind ökologischer als die Grünen, aber auch sozialer als die Sozialdemokraten und progressiver als die Linken. Ja, wir sind sogar konsequenter für die Freiheit als die Liberalen, denn wir erweitern den Freiheitsbegriff ganz wesentlich um die Freiheit des Tieres und wir sind konservativer als die Christdemokraten, denn wir wollen die Erde als unseren lebenswerten Planeten für kommende Generationen erhalten.

Nur von den Nationalisten, Antisemiten, Rassisten und Faschisten allerdings grenzen wir uns ganz klar ab, denn mit ihnen haben wir, die internationale tierschutzpolitische Bewegung, nichts gemein. Wir würden unsere Chancen verspielen, die Politik von der Dringlichkeit unserer Anliegen zu überzeugen, wenn wir uns auf deren Sprache, auf deren Hetze, auf Ausgrenzung und Menschenhass einließen. Weder wir noch die Tiere brauchen etwa Holocaustvergleiche, um das unvorstellbare Ausmaß der Gräuel zu beschreiben, oder Fremdenfeindlichkeit, um auf Tierquälerei hinzuweisen. Keinem Tier wäre geholfen, wenn man die Würde von Menschen verletzte, das Andenken an menschliches Leid mit Füßen träte, die Mahnung vor den Abgründen menschlicher Geschichte nicht ernst nähme. Keinem Tier wäre geholfen, wenn Menschen sich noch stärker hassen und bekriegen würden; im Gegenteil. Es führt auch zu nichts, Menschen- und Tierrechte gegeneinander auszuspielen, denn beide haben die dieselbe Wurzel und bedingen einander, und innovative Lösungen lassen sich forcieren, wenn man die alte Prämisse des Entweder-Oder überwindet. Es braucht auch keinen moralischen Zeigefinger und keine arrogante Besserwisserei, um auf die gegenseitigen Abhängigkeiten und die gleichberechtigten Interessen von Mensch, Umwelt und Tier hinzuweisen, denn die Fakten, die wir anführen müssen, sprechen für sich selbst. Und sie beschreiben ein globales Problem, das nicht vor Grenzen haltmacht, nicht nach Religionen unterscheidet und sich nicht an der Kaufkraft orientiert: wir müssen die Zerstörung und Missachtung unserer Umwelt endlich stoppen, müssen die Risiken, Schäden und Leiden der Tierqualindustrie so schnell wie möglich beenden, müssen den Zusammenhang zwischen dem Wohl von uns Menschen und dem Wohl der Tiere begreifen.

Eine solidarische und globale tierschutzpolitische Bewegung, die sich vernetzt, professionalisiert, sich etwas traut, Mandate auf allen Ebenen gewissenhaft ausübt, friedlich protestiert, die Wahrheit immer wieder anspricht, kompetentes Fachwissen zeigt, sich ständig weiterbildet – eine solche Bewegung wird die Politik verändern! Ohne den Druck einer solchen Bewegung werden die anderen Parteien unsere Ansätze nicht aus sich selbst heraus übernehmen, da deren innerparteilichen Machtkonstellationen für ehrlichen Tierschutz keinen Raum lassen. Und auch wer für sich selbst zum Schluss kommt, dass Veganismus und umfassende Tierrechte keine persönlichen und keine gesellschaftlichen Optionen sein können, wird dennoch einen weiten Teil des Weges mit uns zusammen errichten und gemeinsam gehen, da nur so ein gerechtes Maß an ehrlichem Tierschutz überhaupt realisiert werden kann. Die ethischen Überlegungen werden sich gewiss ändern, weiter entwickeln und zu dynamischeren Ergebnissen als heute vorhersehbar führen, aber wir sind die Lokomotive.

Notwendiger Paradigmenwechsel

Wir werden Handlungsfähigkeit und Druck auf die gesamte politische Bühne bringen müssen und so die Axiome verschieben können. Hin zu einer Politik des Mitgefühls, die sich am zentralen Leitwert orientiert, keinem Lebewesen Schaden zuzufügen. So etwas hat es noch nie zuvor gegeben. Aber dieser Paradigmenwechsel ist im Menschen angelegt, als das Potenzial, das sich immer wieder im Einzelnen zeigt; wir haben nämlich die Fähigkeit zu lieben, empathisch zu sein, zu beschützen und unsere Gier im Zaum zu halten. So wie wir andererseits leider auch in der Lage sind zu hassen, zu quälen und zu töten. Eben diese dunkle Seite der menschlichen Natur hat uns, insbesondere auf der politischen Ebene, nah an den Punkt gebracht, an dem durch das rasanteste Artensterben der Erdgeschichte, durch Klimawandel und Krankheiten, durch Brandrodungen und durch Vermüllung der Natur das Leben, wie wir es kennen, auf unserer Erde erlischt.

Hören wir also nicht mehr länger auf die dunkle Seite in uns, sondern beginnen, in der Natur und in jedem einzelnen Leben etwas wunderbares, liebenswertes und zu Bewahrendes zu erkennen! Das Vermögen, das sich etwa dann entfaltet, wenn zwei Menschen, zwei Lebewesen sich tief in die Augen schauen, miteinander kommunizieren, Mitgefühl füreinander entwickeln, muss nun auch ins generell gesellschaftliche Bewusstsein transportiert, als politischer Stil etabliert werden und so den Epochenwandel für Mensch, Umwelt und Tier einläuten! Mitgefühl ist, so wie Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit es schon länger sind, eine Methode, politische Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu fällen, Werte zu entwickeln. Wer sich in Empathie übt, wird bewusster, besser und umfassender entscheiden können, wird auch künftige Generationen und Schwächere berücksichtigen. Eine Politik, die die Liebe zum Leben so ehrlich und ernst meint, ist neu – aber ihre Zeit ist nun angebrochen. Dafür ist die internationale tierschutzpolitische Bewegung da. Dies ist der Anspruch, an dem sie gemessen werden kann, ihr Versprechen, ihr Motiv und ihr Streben: Mitgefühl zum Maßstab für unser Zusammenleben zu erheben.