Warum die Biometzger-des-Vertrauens-Lüge und der Tierwohl-Label-Schwindel das Tierleid nur vergrößert

Durch den Tönnies-Skandal und dem neusten ARD-Bericht zu Tiertransporten entscheiden sich derzeit viele Menschen dafür, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, auf sogenanntes „Bio-Fleisch“ umzusteigen oder auf Fleisch ganz zu verzichten. Dazu 3 kurze, aber wichtige, EINWÄNDE:

  1. Eine Reduktion des Fleischkonsums ändert die Zustände in der Tierhaltung nicht. Industrielle Strukturen sind stets darauf ausgelegt, durch den Ausbau an Quantität und den Abbau von Qualität immer mehr Rendite herauszupressen. Durch Automatisierung, durch das Unterlaufen von gesetzlichen Standards, durch Produktionsausweitung. Und im Falle der Tierproduktion insbesondere durch das Erzeugen von neuen Märkten. Früher durch das Hinzufügen von Fleisch, Milch und Eiern in alle möglichen Nahrungsmittel, obwohl es völlig unnötig war – heute durch massiven Export, insbesondere nach China. Die Ausfuhr von Schweinefleisch in den Fernen Osten stieg dieses Jahr um unfassbare 236 %! Essen die Deutschen weniger Fleisch, wird einfach eine Marketingmaschinerie in anderen Ländern in Gang gesetzt, die den Verzehr von Tierqualprodukten als Zeichen von Wohlstand darstellt. Und entsprechende Handelswege werden sogar vom Ex-Vizekanzler persönlich ermöglicht!
  2. Der Umstieg auf „Bio-Fleisch“ oder der Griff nach Tierwohl-gelabeltem Fleisch ist nichts weiter als Selbstbetrug. Die Haltungsbedingungen sind nur minimal besser – etwa ein paar Zentimeter mehr Platz lediglich. Ob die angeblichen Bio-Standards überhaupt überall eingehalten werden, ist sowieso nicht durchgängig überprüfbar. Zu viele Betrugsfälle wurden bereits aufgedeckt, als dass man hier der Sache trauen könnte. Und selbst wenn kein krimineller Betrug vorliegt: Bio bedeutet niemals automatisch, dass es den Tieren besser geht. Schaut euch die Horror-Videos von SOKO Tierschutz oder ARIWA an, die auf „Bio-Höfen“ gedreht wurden! Und am Ende werden diese Tiere fast immer auch nur zu den konventionellen Schlachthöfen transportiert, wo sie genauso wie die anderen Tiere misshandelt werden und sehr oft ohne wirksame Betäubung unendlich qualvoll zerlegt werden.
  3. Wer auf Fleisch gänzlich verzichtet, lässt leider oft außer Acht, dass die Produktion von Eiern und Milch strukturell eng mit der Fleischindustrie verkoppelt ist. Wer sich einen Joghurt kauft, hat damit auch automatisch die Tötung männlicher Kälber mit in Auftrag gegeben, wer sich Eiernudeln besorgt, ist zugleich für das massenweise Töten von männlichen Küken verantwortlich. Tiertransporte, Regenwaldrodung, Klimawandel, Artensterben, Ackergifte, Grundwasserverseuchung, Tierseuchen und zoonotische Pandemien: das alles ist immer inbegriffen, wenn man auf Fleisch verzichtet, aber Eier- und Milchprodukte weiterhin konsumiert. Ebenso ist die Herstellung von Leder, Pelz und Wolle mit enorm viel Tierleid verbunden. Und auch Honig bedeutet in aller Regel Tierquälerei und Artensterben, etwa zulasten der Wildbienen, was wiederum das Aussterben von hochspezialisierten Blütenpflanzen bedeutet, was noch immer nicht genügend thematisiert wird.

Was also tun? Zum Einen hilft es in der Tat, auf rein pflanzliche Ernährungsweise umzusteigen. Es ist wirklich einfach heutzutage. Doch das reicht nicht aus, denn zum Anderen brauchen wir endlich klare gesetzliche Regelungen und besser ausgestattete Behörden, die den grundgesetzlich verankerten Tierschutz endlich auch umsetzen. Die bisherige Politik, die eine Ausnahmeregelung nach der anderen festlegt, eine Fristverlängerung auf die nächste erlässt, Sonntagsreden im Wahlkampf hält und wenige Wochen später in Hinterzimmern der Tierquallobby Treue schwört – sie gehört ausgewechselt. Die politische Ebene ist der letztlich entscheidende Hebel, um Tierschutz und Tierrechte durchzusetzen.

Politikerinnen und Politiker, die nichts dagegen unternehmen, dass Kälber bei vollem Bewusstsein zerlegt werden, dass sich in der Massentierhaltung die nächste Pandemie vorbereitet, dass verdurstete Tiere auf Langstreckentransporten nur ein bereits kalkulierter Kostenfaktor sind, dass für Tierfutter die grüne Lunge unseres Planeten brandgerodet wird – solchen Menschen dürfen wir die Hebel der Macht nicht weiter in ihre blutverschmierten Hände legen. Die Bundestagswahl 2021 muss ein deutliches Signal werden!

Ist das Politik oder lediglich Verwaltung von mafiösen Strukturen?

Kurz vor Mitternacht sendete die ARD am Montag eine Reportage über Langstrecken-Tiertransporte in Tierschutz-Hochrisikoländer. Die Aufnahmen zeigten die ganze grausame Wirklichkeit auf diesen Transporten auf Schiffen und in LKWs. Jetzt scheint langsam Bewegung in die Politik zu kommen, die seit Jahren eher durch skandalöses Aufschieben und eher korrupt organisierte Klüngelei zugunsten der Tierqualindustrie auffielen.

Die ARD-Reporter deckten auf: Gezielt haben 9 deutsche Landkreise systematisch ein 2015 gefälltes Urteil des EU-Gerichtshofs missachtet. Denn Tiertransporte in Länder, die keine Tierschutzstandards garantieren, sind verboten!

Die Reporter haben sowohl Expert:innen im Bereich Recht als auch für Tierschutz interviewt sowie unfassbare Videobeweise der Transporten zu Land und zu Wasser und der brutalen Missachtung der europäischen Tierschutzstandards in den Zielländern gesammelt.

Diese Sendung sollte die ARD so lange und zu jeder Tageszeit wiederholen, bis auch der letzte Politiker seine Blockadehaltung aufgibt und endlich Tacheles mit den Verantwortlichen in den Kreisverwaltungen und den Tierausbeutungsindustriellen redet – und die europäischen Normen respektiert werden! Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet in Deutschland systematischer Rechtsbruch praktiziert und seit Jahren von der Politik gedeckt wird!

Die Frage bleibt, wie Nordrhein-Westfalen diesen Richtungswechsel umsetzen wird: wie viele Ausnahmen wird es geben, wann werden die ersten Vorgaben wieder rückgängig gemacht auf Druck der Tierqualindustrie, wie werden die Verbote kontrolliert, wie ernst meint es die NRW-Landesregierung überhaupt?

Und warum reagiert bislang nur ein einziges Bundesland? Die 9 Landkreise, die vorsätzlich Tierschutzgesetze missachteten, lagen vorrangig in Niedersachen und Brandenburg! Zumal es dort eine Rotrotgrüne Landesregierung gibt. Warum wird dort nicht sofort reagiert?

Und warum braucht es erst eine mitternächtliche Sendung in der ARD, bis die Politik erwägt, was gegen diesen jahrelangen Rechtsbruch zu unternehmen? Das Leid der Tiere, die mit der Tierhaltung verbundene Naturzerstörung, die Gesundheitsrisiken, die fatale Klimabilanz – all das scheint sie nie gestört zu haben. Erst emotionale Bilder im Fernsehen, deren Entstehung Eltern ihren Kinder kaum erklären können, bewirken etwas.

Ist das noch Politik – oder nur verwaltende Vertuschung von Verbrechen gigantischen Ausmaßes?

Das System hat gewonnen! :(

Das System hat gewonnen. Tönnies darf weiter im Akkord töten. Tier um Tier, jedes ein Individuum in Todesangst, wird abgeschlachtet, im Sekundentakt. Industrielle Präzision einerseits, mit Quälerei und Fehlbetäubungen aber andererseits, wie bei jedem Schlachtprozess. Die Grausamkeiten scheinen grenzenlos, nur damit die Konsumenten ein paar Sekunden Geschmack auf der Zunge haben.

Das System des Tötens ist auch ein System des Verbraucherbetrugs, denn auf den Verpackungen im Supermarkt hüpfen Schweine und Kühe auf grünen Wiesen herum. Drauf prangt ein Tierwohl-Label und am Ende erhält man Payback-Punkte. Nichts deutet darauf hin, welche unendlichen Qualen in Auftrag gegeben wurden, welche systemischen Gesundheitsrisiken hinter der Massentierhaltung stecken, welche menschenverachtenden Bedingungen sowohl in den Schlachthöfen als auch in den Anbaugebieten für das Tierfutter herrschen, welche Naturzerstörungen wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen werden.

Das System besteht aus weit mehr als nur dem Tönnies-Stammwerk, besteht auch aus mehr als nur den Schlachthöfen. Zum System gehören die Zuchtbetriebe, gehört die Exportorientierung der Tierqualindustrie, gehört die Regierung mit ihrer Missachtung des grundgesetzlich verankerten Tierschutzes, gehört Korruption und Vetternwirtschaft, gehören empathielose Konsumenten, gehört insbesondere die warenförmige, anonymisierte, auf Ausbeutung und Profitmaximierung orientierte Struktur unseres Umgangs miteinander und mit der Natur sowie den Tieren.

Deshalb ist Lifestyle-Veganismus niemals ausreichend: wir brauchen politische Richtungsentscheidungen, die auf einem völlig neuen Fundament stehen. Wir brauchen den zentralen Wert des Mitgefühls in der Politik und wir brauchen mutige Transparenz gegenüber Verbraucher:innen und starke gesetzliche Rahmen zur Verhinderung jeglichen Tierleids. Wir brauchen Politiker:innen, die sich trauen, die Ursachen für Schäden, Leid, Risiken und Qualen zu beseitigen, die sich aber auch Leuten wie Tönnies, Laschet oder Klöckner in den Weg stellen. Politik ist immer auch Kompromiss – aber wenn der „Kompromiss“ ein ewig wiederkehrendes „Weiter so“ ist, dann sitzen die falschen Personen am Verhandlungstisch oder dann gibt es gar keinen Verhandlungstisch, sondern nur den Imperativ des Systems.

Mitgefühl in die Politik zu bringen, braucht offenbar viel mehr Mut, Kreativität und Willen als es die bisherigen Politiker aufbringen können. Wer vor Tönnies einknickt, wird es auch in allen anderen Bereichen tun! Welche Risiken erwarten uns da also noch? Wir können aber nicht einfach abwarten und es drauf ankommen lassen – zuviel steht auf dem Spiel! Das System der Ausbeutung, des Tötens, der Risiken und Qualen – es muss weg!

Soeben wurden die Namen der berufenen Mitglieder des Tiertransporte-Untersuchungsausschusses des EU-Parlaments bekannt gegeben!

Die Stoßrichtung der Untersuchungen hängt allein davon ab, welche Haltung die Mitglieder in Sachen Tierwohl, Tierschutz und Tierrechte haben! Denn nur wer sich wirklich für die Tiere einsetzen will, wird entsprechendes Engagement in die Ausschussarbeit reinstecken. Die Tierqual-Lobbyisten, die ebenfalls im Ausschuss sind, werden auf jeden Fall ganze Arbeit leisten, damit der Abschlussbericht keine allzu kritischen Töne und nur seichteste Empfehlungen enthält!

Der Abschlussbericht weist den Weg künftiger Gesetzgebungen der EU auf. Werden dort die kriminellen Verstöße und die nicht ausreichenden EU-Vorgaben in deutlichen Worten und umfangreich beschrieben, wird sich was ändern können. Ist der Abschlussbericht hingegen eine Aneinanderreihung von Platitüden und wohlfeilen Phrasen, wird sich für viele Jahre das Tor für höhere Standards schließen.

Daher habe ich mir die Zusammensetzung des Untersuchungsausschusses genauer angeschaut. Ein wichtiges Indiz für tierfreundliche Orientierung ist, wer Mitglied in der „Intergroup for Animal Welfare“ ist. Das ist die Gruppierung aller Abgeordneten, die sich für Tierschutz einsetzen wollen und wird von der Eurogroup for Animals organisiert. Jeder Parlamentarier darf da Mitglied werden und in den Arbeitsgruppen mitarbeiten, so dass es noch keine Garantie für echte Überzeugung im Sinne von Tierrechten ist. Aber in aller Regel ist man schon deutlich pro Tierschutz eingestellt als Intergroup-Mitglied.

53 % der 30 Mitglieder des Untersuchungsausschusses sind in der Intergroup. Das ist deutlich mehr als im Parlamentsdurchschnitt, denn nur 13 % aller Abgeordneten sind in der Intergroup for Animal Welfare. Die Tierschützer haben also eine hauchdünne Mehrheit!

Interessant in dem Zusammenhang ist aber auch, welche Fraktionen ihre Tierschützer in den Untersuchungsausschuss schickten und welche Fraktionen eher Lobbyisten für die Tierqualindustrie entsandten. Daran kann man auch nochmal ersehen, welche Parteien auf unserer Seite mitarbeiten und welche nicht.

Hier ist also der Anteil der Tierschützer (=Mitglied der Intergroup for Animal Welfare) pro Fraktion, links im Tiertransporte-Untersuchungsausschuss, rechts in der Fraktion insgesamt:

Linke: 100% – 33%
Grüne: 100% – 30%
Liberale/Zentristen: 75 % – 12 %
Nationalkonservative: 0% – 11%
Rechtsnationalisten: 67 % – 8%
Christdemokraten: 38% – 8%
Sozialdemokraten: 33% – 8%

Und hier die 16 Ausschussmitglieder, die dem generellen Lager der Tierschützer zugeordnet werden können (die 14 hier nicht genannten sind nicht Mitglied der Intergroup und teilweise sogar dezidierte Tierschutzgegner):

Linke:
Anja Hazekamp**
Marisa Matias

Grüne:
Tilly Metz*
Caroline Roose
Thomas Waitz

Liberale/Zentristen:
Pascal Durand
Fredrick Federley*
Martin Hojsík*

Rechtsnationalisten:
Annika Bruna
Sylvia Limmer

Christdemokraten:
Daniel Buda
Sirpa Pietikäinen
Michal Wiezik

Sozialdemokraten:
Jytte Guteland
Maria Noichl*

Fraktionslos:
Eleonora Evi*

*=VizepräsidentInnen der Intergroup
**=Präsidentin der Intergroup

Viel Ausdauer, Kraft und am Ende den großen Durchbruch wünsche ich euch und denen, für die ihr eure Arbeit macht – den ausgebeuteten und gequälten Tieren!

Das bundesdeutsche Kasten-System: 30 Jahre lang nichts machen, dann weiterhin nichts machen und das als Erfolg verkaufen

Der Bundesrat beschloss heute lange Übergangsfristen und somit die Fortsetzung der Haltung von Sauen in Kastenständen. Obwohl sie bereits seit fast 30 Jahren rechtswidrig ist!

Denn seit 1992 sieht die Schweinehaltungsverordnung vor, dass Sauen im Kastenstand sich ungehindert ausstrecken können müssen. 2001 wurde die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erlassen mit derselben Vorgabe. 2015 urteilte das Magdeburger Oberverwaltungsgericht, dass die Tierhaltungspraxis gegen die Verordnung verstößt und hier dringend die Einhaltung des Gesetzes angegangen werden muss. Die Politik aber lässt die illegale Praxis einfach gewähren. Seit fast 30 Jahren nun schon!

Der heute beschlossene „Kompromiss“ aber zememtiert diesen Rechtsbruch bis auf weiteres und das Ganze wird nicht nur von den üblichen Tierausbeutern, sondern auch von einem Großteil von Bündnis 90/Die Grünen mitgetragen, ja, sie haben den heutigen Beschluss zulasten der Tiere sogar selbst mit erarbeitet! Insbesondere der Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (GRÜNE) aus Schleswig-Holstein war die Person hinter dem heute beschlossenen Rechtsbruch.

Der Bundesrat legte nur weitere Verzögerungen und Ausnahmen fest und die Vorgabe, dass die Sauen sich ungehindert ausstrecken können müssen, wurde auf bauliche Hindernisse beschränkt, obwohl die Nähe zum benachbarten Tier zumeist das eigentliche Problem ist. Ganz bewusst wurde hier also mittels Wortklauberei das Tierleid weiter ermöglicht! Ein skandalöses Vorgehen, um den Wähler:innen bewusst Sand in die Augen zu streuen und die Tierqual-Industrie zu unterstützen.

Der Kastenstand ist aber nicht nur politisch geförderter Rechtsbruch, sondern auch bereits durch Studien als völlig unnötig entlarvt. Schweinehaltung ohne Kastenhaltung ist tierschutzkonform und möglich! Nicht alle Bundesländer stimmten dem Entwurf heute zu, etwa die linksgrüne Koalition des Landes Berlin und einige andere Landesregierungen blieben standhaft. Die große Koalition aber und die Bundespartei der Grünen werden den heute gefassten Beschluss sicherlich als Tierschutz-Fortschritt verkaufen wollen – obwohl es in Wahrheit nichts weiter als ein erneuter Verrat an den Tieren ist!

Schweine-Baron entlohnte fürstlich: Sigmar Gabriel (SPD) war bis Ende Mai 2020 bezahlter Berater von Tönnies!

Seine Aufgabe war es, den Export von Schweinefleisch nach China zu ermöglichen, um mögliche Einbrüche beim Absatz aufgrund der Schweinepest auszugleichen.

Gabriel war jedoch bis 2018 Wirtschafts- und dann Außenminister, so dass er seine politischen Beziehungen benutzte, um Tönnies Marktvorteile zu verschaffen und um selbst Geld daran zu verdienen! Angeblich ist der Vertrag aus gesundheitlichen Gründen Ende Mai 2020 beendet worden. Vermutlich wurde aber auch einfach offensichtlich, dass dieser Beratervertrag in Zeiten einer zoonotischen Pandemie völlig deplatziert war und erste Covid-19-Fälle bei Tönnies auftauchten.

Insbesondere ist verwerflich, dass Gabriel noch einige Jahre zuvor die sklavereiähnlichen Arbeitsbedingungen bei Tönnies & Co. anprangerte, daraufhin wenig bis nichts geändert wurde von der großen Koalition – und er nun als Berater aber genau dieser ausbeuterischen Branche dazu verhilft, weltweit zu expandieren.

Die Skandale um Tönnies reißen nicht ab und dessen Verstrickungen zu den Parteien CDU und SPD werden immer brisanter. So spendete Tönnies jahrelang größere Summen an die CDU – offenbar, um die Politik davon abzuhalten, schärfere Regelungen einzuführen.

So langsam wird immer klarer, weshalb die Tierqual-Lobby von der Bundesregierung immer geschont wurde. Ich erwarte weitere Aufdeckungen rund um die Agrarindustrie und fordere eine deutliche Abkehr von tierquälerischen, naturzerstörenden, gesundheitsschädigenden und ausbeuterischen Praktiken dieser Branche sowie endlich eine ethisch-nachhaltige Neuaufstellung der Landwirtschaft!

Über die antisoziale Jagd-Wurst-KKK-Connection in New York, Köln und Pasewalk

Tönnies spendete der Partei von Philipp Amthor, Julia Klöckner und Armin Laschet 174.000 € in den letzten Jahren. Der Laschet, der die Heinsberg-Studie mitverantwortete, um Corona-Lockerungen politisch durchsetzen zu können und der Laschet, der jetzt drastische Maßnahmen ergreifen muss, weil Tönnies in der Pandemie gesetzliche Vorgaben sehr locker interpretierte. Und sicherlich nicht nur in Bezug auf die aktuellen Hygienevorschriften, sondern auch im Bereich Arbeitsrecht, Umwelt und Tierschutz.

Aber vielleicht gingen die Tönnies-Spenden auch gar nicht an den NRW-Landesverband der CDU. Details dazu halten die Christdemokraten leider geheim. Nicht unwahrscheinlich ist, dass er auch an den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern spendete, denn mit dem an Wäldern, Feldern und Seen reichen Bundesland im Nordosten verbindet Clemens Tönnies etwas: hier ist nämlich sein Jagd-Pachtgebiet. Er schießt zwar eigenen Aussagen zufolge auch gern hin und wieder Fasane in Schottland, Steinböcke in Österreich, Großkatzen sowie Nilpferde in Afrika. Aber fast jeden Monat zieht es ihn Richtung Nordosten und hier schießt er auf Groß und Klein in seinem 1000-Hektar-Revier in Ostsee-Nähe.

Hier also, wo Philipp Amthor seinen Bundestagswahlkreis gewann – und seitdem als Nachwuchshoffnung der alternden Union hoch gehandelt wurde. Kurz nach seinem Bundestagseinzug machte auch Amthor seinen Jagdschein und geht ganz offen damit um, Freude daran zu haben, wenn Tiere durch seine Hand sterben. Nicht nur gegenüber Journalisten, sondern auch während einer Kreistagssitzung (er ist neben seinem Bundestagsmandat, diversen Parteiämtern inkl. dem von ihm gegründeten Lokalableger der Werte-Union namens „Konservativer Kreis“, Aufsichtsratsposten bei Sparkasse und Krankenhaus, Sitz im Untersuchungsausschuss für seinen Buddy Maaßen und Direktorenposten für die seit Kurzem nicht mehr ganz so klandestine Gesichtserkennungsfirma und seiner Juristentätigkeit für eine Wirtschaftskanzlei, die wiederum für ebenjene dubiose New Yorker Firma tätig ist, auch noch Kommunalpolitiker!) gab er für etliche Sitzreihen vor und neben ihm hörbar – und somit auch für mich – bekannt, dass seine Prioritätensetzung bei der Jagd liege, weshalb er die Niederungen der Gemeindebelange mit dem Hochsitz tausche und seine konservativen Kreis-Kollegen alleine ließ für den Rest der Sitzung.

Es ist grundsätzlich verwunderlich, was geheim gehalten wird und was offen zur Schau gestellt wird. Tiere erschießen ist offenbar gut für die PR – Tönnies ließ für eine Zeitung sogar sein Trophäenzimmer ablichten. Dass dabei oft auch mal ein Schuss daneben geht und Tiere einen elendlich langen Todeskampf erleiden, ist natürlich nie Teil der Prahlerei, sondern gehört wieder zum Bereich der Geheimnisse.

Mit den Umsatzzahlen eines Mega-Schlachtbetriebs und dem daraus gezogenen Vermögen kann Tönnies sich, insbesondere auch als Sponsor von Schalke 04, gut öffentlich in Szene setzen. Die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen aber wiederum sind eher streng gehütetes Betriebsgeheimnis. Und die CDU thematisierte die seit Jahren bekannten Zustände in Rheda-Wiedenbrück und all den anderen Akkord-Tötungsfabriken auch grundsätzlich nicht. Sie hat mit Julia Klöckner auch ganz bewusst eine Tierschutzverhinderin an die Spitze der obersten Behörde zur Deckung der Verbrechen in den Tierqualbetrieben gehievt.

Und auch im Kreistag – die Niederungen, die Philipp Amthor auch letzte Woche wieder vorzeitig verließ – wird seltsam zwischen öffentlicher Zurschaustellung und Heimlichtuerei unterschieden. Dass die CDU-geführte Kreisverwaltung die Probleme zum neuen Hochbegabten-Internat verschwieg und die Kreistagsmitglieder mit einer Dringlichkeitsvorlage reinlegte, kann man sich vielleicht mit Macchiavelli erklären können (obere Provinzpossen-Liga). Aber warum zur Hölle verkündet die CDU nicht offen, dass und warum sie gegen die Verbesserung des Kita-Betreuungsschlüssels und gegen Straßensozialarbeit ist und flutet stattdessen die Redaktionsräume der hiesigen Lokalmedien mit Schauermärchen über den Wolf, der ihrer Ansicht nach aus Tierschutzgründen dringend abgeschossen werden müsse? Denn öffentlichkeitswirksam beantragte die CDU den Wolfsabschuss im Landkreis, obwohl dieser gar nicht vom Kreistag beschlossen werden kann!

Nicht nur mit Clemens Tönnies hat Amthor die Jagdleidenschaft gemeinsam – auch der Chef der Kreisverwaltung ist Hobbyjäger. Und auch sein Name wird bald bundesweit bekannt werden: Michael Sack, der CDU-Kandidat für das Ministerpräsidentenamt, auf das Amthor trotz maximalem Rückhalt von JU und KKK (Konservativer-Kreis-Kollegen) wegen seiner falschen Prioritätensetzung bei der Wahl zwischen Geheimhaltung und PR-Arbeit nun verzichten muss.

Was ich prognostizieren kann: 1. Amthors Karriere wird nicht beendet sein, denn zu sehr gilt er in seinen Gefilden als Bauernopfer für die noch geheimeren Machenschaften bei Maaßen & Co zwischen New York, Köln, Luzern und Moskau. Wir werden auch noch so manche Kreistagssitzung erleben, die er frühzeitig verlässt. 2. Der Wolf wird noch für sehr viele PR-Feuerwerke der Union herhalten müssen und genauso wie Klöckner den Einsatz hochtoxischer Bleimunition mit Tierschutz zu begründen versucht, werden alle emotionalen Register dafür gezogen – insbesondere in einer schwarzgrünen Koalition – um antisoziale und unethische Dreistigkeiten an anderer Stelle zu übertünchen und verdecken.

Es werden wohl leider noch viele Wölfe, Hirsche und Fasanen geschossen werden müssen, bis die Wähler:innen und Medienschaffenden die obskuren Prioritätensetzungen in Brüssel, Berlin und Pasewalk infrage stellen und bis endlich Transparenz dort herrscht, wo Korruption, Ausbeutung und Risiken möglich sind – und dafür nur noch Prahlerei und persönliche Daten geheim bleiben. A propos, wie schreitet eigentlich das Guttenberg’sche Projekt der Gesichtserkennungssoftware derzeit voran?

Im Umfeld dieser Abgeordneten sollte man besonders intensiv untersuchen – was verbirgt sich hinter ihrer Blockade?

Heute gab es keinen nachvollziehbaren Grund, mit „NEIN“ zu stimmen, als es um die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu Tiertransporten ging. Dieser historische Schritt zur Aufarbeitung der unzähligen Verstöße bei den Transporten zu Land und zu Wasser, inner- und außerhalb der EU, kann einen Paradigmenwechsel in der Tierschutzpolitik einleiten.

Und doch gab es 53 Abgeordnete, die heute dagegen stimmten! Insbesondere die National-Konservativen von der ECR-Fraktion, einige Nationalisten/Rechtsextremisten der ID-Fraktion, ein liberaler Abgeordneter und eine lange Liste der Schande mit Abgeordneten der christdemokratischen EPP-Fraktion (Europäische Volkspartei). Innerhalb letzterer fallen insbesondere die Nationalisten der ungarischen FIDESZ-Partei auf, die schon seit langer Zeit aus der EPP-Fraktion geschmissen gehören.

Es gab zudem etliche Enthaltungen, die vorrangig von der rechten ID-Fraktion stammten, in der Abbildung aber nicht enthalten sind. Wie kann man sich zu dieser Thematik eigentlich enthalten?! Die Sozialdemokraten stimmten mit einer Enthaltung fast alle für den Untersuchungsausschuss. Vorbildlich komplett mit „JA“ stimmte die grüne Fraktion und die Fraktion der Linken (GUE/NGL).

Der einzige Abgeordnete aus Deutschland, der mit „NEIN“ stimmte, ist Andreas Schwab von der CDU (vorletzte Reihe, zweiter von rechts). Er ist Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und dort sogar Sprecher der gesamten EPP-Fraktion! Dass seine deutschen Fraktionskollegen seinem Votum nicht folgten, ist sonderbar. Dass ausgerechnet diese Person für Verbraucherschutz maßgeblich zuständig ist, ist jedoch ein Skandal! Wenn er die Grausamkeiten der Tiertransporte duldet, so ist das eindeutig Verbrauchertäuschung!

Sicherlich weiß er das sogar und ist sich seiner tierfeindlichen und verbrauchertäuschenden Haltung sehr bewusst. Denn er ist auch Mitglied in einer Lobbyisten-Organisation namens „Kangaroo Group“. Lobbypedia gibt einen ersten Überblick über die Machenschaften dieser Organisation. Da wird uns sicherlich noch so einiges Übles erwarten von diesem EU-Lobbyismus-Apologeten!

https://www.europarl.europa.eu/meps/de/28223/ANDREAS_SCHWAB/home

https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Schwab_(Politiker)

https://lobbypedia.de/wiki/Kangaroo_Group

Und hier sind alle Namen der Reihe nach, wie in der Abbildung zu sehen, von links oben nach rechts unten:

ECR: Aguilar, Buxadé Villalba, de la Pisa Carrión, Ruissen, Tertsch, Tošenovský, Vondra, Zahradil
ID: Ciocca, de Graaff, Lancini, Tardino, Zambelli
RE: Decerle
EPP: Băsescu, Benjumea Benjumea, Berendsen, Blaga, Bocskor, Bogdan, Buda, Buşoi, Deli, Deutsch, Estaràs Ferragut, Gál, González Pons, Győri, Gyürk, Hava, Hölvényi, Járóka, Kalinowski, Kósa, López Gil, López-Istúriz White, Marinescu, Millán Mon, Montserrat, Motreanu, Mureşan, Nistor, Schreijer-Pierik, Schwab, Szájer, Terras, Tomac, Tóth, Trócsányi, Vincze, Winkler, Zarzalejos, Zoido Álvarez

Hier ist die offizielle Liste der namentlichen Abstimmungen (zum Untersuchungsausschuss auf den Seiten 8/9 unter B9-0191/202 zu finden, ein rumänischer Abgeordneter änderte später seine Stimme übrigens auf NEIN): https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/PV-9-2020-06-19-RCV_FR.pdf

Erst nach etlichen Skandalen und Jahre langem öffentlichen Druck: Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten wird eingerichtet

Heute stimmte das Europaparlament mit überwältigender Mehrheit für die Einrichtung eines offiziellen Untersuchungsausschusses zu Tiertransporten!

183 Abgeordnete reichten den Antrag ein, 605 stimmten in der heutigen Plenarsitzung dafür. Leider waren 53 dagegen und 31 enthielten sich, was eine absolute Schande ist! Was befürchten diese Abgeordneten? Dass ihre eigenen Firmenbeteiligungen oder die Anteile von Geschäftsfreunden und Verwandten im Wert sinken, wenn konkrete Tierqualunternehmen im Abschlussbericht zu lesen sein werden oder die EU aufgrund der Ergebnisse des Untersuchungsausschusses die Gesetze ändert?

Ein riesiges DANKE an die mutigen Tierrechtler:innen, die seit Jahren Beweisdokumente sichern, damit die massiven Gesetzesverstöße dokumentiert sind, das Unterlassen der Behörden zutage tritt sowie die Mangelhaftigkeit der geltenden Gesetzeslage offenkundig wird. Anja Hazekamp von der niederländischen Tierschutzpartei war bspw. persönlich vor Ort in Rumänien und Kroatien, um die Grausamkeiten bezeugen zu können. Sie kann bis heute kaum darüber sprechen, so unfassbar waren die Zustände.

Einige Tierrechtler:innen verfolgten die Transportschiffe dann noch weiter bis zu den Zielhäfen außerhalb der EU, wo die tierquälerischen Praktiken bereits beim Ausladen nochmal gravierender waren. Einige Aktivist:innen, die das Geschehen aufnahmen und den weiteren Verlauf verfolgten, wurden allerdings bedroht und mussten sogar um ihr Leben fürchten.

Lasst ihr mutige Arbeit nicht umsonst gewesen sein! Liebe Ausschussmitglieder: bitte seid ehrlich und transparent, hört auf euer Herz, euren Verstand und euer Gewissen und nicht auf die Lobbyisten, Täter und Lügner. Sie werden die Arbeit des Untersuchungsausschusses zu beeinflussen versuchen, sie werden die Tatsachen verbiegen und verdrehen, werden leugnen, verharmlosen, relativieren und lügen.

Denn es steht viel auf dem Spiel für die Tierquäler – aber auch für die Tiere! Es ist eine einmalige Chance in der Geschichte der Europäischen Union, globales Vorbild bei der Aufdeckung von millionenfacher Kriminalität zu sein. Und eine Chance, daraus politisch-juristische Konsequenzen zu ziehen, die auf Ehrlichkeit, Mitgefühl und Gerechtigkeit basieren.

Ich werde über Arbeit, Ergebnisse und legislative Folgen des Untersuchungsausschusses, dessen Mitglieder:innen demnächst bestimmt werden, kritisch berichten – bitte verfolgt den weiteren Verlauf ebenfalls kritisch. Danke!

Todesfalle Tönnies

Untreue bei Westfleisch, Infektionsherde bei Tönnies, Covid-19 bei Nerzfarmen – die Tierqualindustrie schleppt sich von Skandal zu Skandal in diesen Tagen. Die Politik reagiert erst zu spät und viel zu lasch. Präventiv und proaktiv geht sie erst Recht nicht vor. Die Politiker der regierenden Parteien auf allen Ebenen haben kein Konzept, keinen Willen, keine Kraft, um Tierqual zu verbieten, um Naturzerstörung zu verhindern und Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Mit diesem strukturellen Versagen befördern sie auch weitere Pandemien, Tierseuchen und gesundheitliche Risiken für Menschen und Tiere!

Bislang wurden 500 Mitarbeiter bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück auf SARS-Cov2 getestet: 400 von ihnen sind mit dem Virus infiziert! Auf das Ergebnis der restlichen 500 Mitarbeiter wird derzeit noch gewartet. Noch gestern hieß es von der Firmenleitung, dass „nur“ 128 Personen infiziert gewesen seien und Quarantänemaßnahmen getroffen wurden. Die Betroffenen waren in der Fleischzerlegung tätig.

Bei Westfleisch wird aktuell wegen Untreue ermittelt, die im Rahmen von Schweinefleischexporten nach China vorgefallen sein sollen. Dass es überhaupt Tiertransporte und Fleischexporte gibt, ist eine unverständliche Unsäglichkeit! Dass Menschen, die sowas aktiv betreiben, auch zutiefst korrupt sind, ist hochwahrscheinlich.

In Dänemark und den Niederlanden haben sich Mitarbeiter in Nerz-Farmen mit dem neuen Coronavirus von den Tieren angesteckt, so heißt es. Die Tiere auf den Pelzfarmen wurden getötet, doch das Geschäft wird woanders weiter betrieben. Die Politik hält es nicht für nötig, diese unsagbaren Tierquälereien konsequent zu verbieten oder wenigstens die Tierschutzbestimmungen anzuheben. Zu einflussreich sind die Lobbyisten der Pelzindustrie, die sich vor einiger Zeit sogar auf den Fluren des Europaparlaments eine Woche lang präsentieren durften. Die Administration des Parlaments unterstützte es, dass solch unverschämt offener Lobbyismus – mitsamt all ihren dreisten Lügen – für Tierqualprodukte praktiziert werden konnte.

Nach all den Skandalen der Vergangenheit und dem, was allein an einem Tag die Nachrichten dominiert – lernt die Politik wie immer nicht daraus? Darf sie wirklich so blind sein für die Qualen, Risiken und Schäden?

Ich fordere lebenslanges Berufsverbot (Tierhaltungs- und Betreuungsverbot) für die verantwortlichen Personen aller Tierqual-Betriebe.

Bitte teilt die Forderung nach Schließung aller Schlachthäuser und das sofortige Verbot von industrieller Tierhaltung. Solange, bis die Politiker endlich umdenken und die notwendigen Schritte einleiten.

Danke!